Rosa Prinzessin Träume und wachsende Geschlechterapartheid

Noch nie in der neueren Geschichte war die Trennung zwischen Buben und Mädchen so ausgeprägt wie jetzt. Vor wenigen Jahrzehnten noch hatte es zwar durchaus die Trennung in Buben- und Mädchenspielzeug gegeben, aber es war auch vieles nicht nur für ein Geschlecht. Seit etwa zwanzig Jahren (1980 sah die Welt noch wie auf dem Foto aus) verstärkt sich aber Jahr für Jahr die Tendenz Mädchen einen Girl-Only Bereich zu verschaffen, einen Freiraum nur für weibliche Kinder, während jedes Spielzeug das sich scheinbar nur an Jungen richtete, durch mediale Aktionen auch für Mädchen zugänglich gemacht werden musste.  Die begrüßenswerte Neutralisierung des Spielzeugs sollte also nur dort stattfinden, wo Buben etwas stärker hinneigten.  Und statt wirklich zu neutralisieren, brachte man Geschlechterklischees wie roter Mund=Frau, lange Haare/Zöpfe=Frau, Rock=Frau ins Spiel.  Blau und Rosa ist längst zum Graben geworden, der für Jungen unüberbrückbar wird. Der Prinzessinnenkult ist der stärkste Ausdruck davon.

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„Wir freuen uns sehr, die Gesichter der Mädchen zu sehen. Jede Designerin sieht „ihr“ Kleid nicht nur in der Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, sondern bekommt exklusiv eine Ausfertigung des Kleides in Originalgröße sowie eine Puppe mit dem gleichen Design überreicht.“

Für Buben gibt es nichts davon. Keine eigenen Aktionen mehr, keine exklusiven Angebote, keine Neutralisierung der „Mädchenspielzeuge“ Statt dessen wird alles was irgendwie möglich ist, in Pink angeboten, da so etwas von kleinen Mädchen den Verkäufern förmlich aus den Händen gerissen wird.  Mit Aktionen wie #Pinkstinks versuchen Elternvereinigungen (vor allem Mütter) dem Einhalt zu gebieten, aber scheitern. Denn es gibt einen einfachen Grund warum Mädchen dieses Alters, sich so gern in dieser Art immer stärker von Buben abgrenzen.  Ihre Mütter machen das auch.  Sie sehen tagtäglich, hören überall wie dumm doch Buben und Männer sind. In der Schule bekommen sie gesagt, sie würden „die Buben überflügeln“ und dass die Buben doch selbst schuld seien am generell wachsenden Notenrückstand.  Sie erleben, wie Väter einfach aus Familien gekippt werden und wie ihre Mama sich mit anderen Frauen trifft, die davon sprechen, wie überflüssig Väter doch sind. Sie sehen wie Frauen in immer mehr exklusiven Treffen, wo Männer keinen Zutritt haben zusammen sitzen und finden in der Schule eine nur für sie da seiende Schülerinnenbeauftrage vor, aber kein Gegenstück für ihre männlichen Schulkollegen. Was anderes sollen diese zufällig weiblich geborenen Kinder denken, als dass sie einer besonderen Gattung Mensch, einer höherer Art angehören?  Und daher grenzen sich sich unbewusst eben genauso ab wie das die Erwachsenen dieser „Gattung“ ganz bewusst tun.
Aber mit dem Kampf gegen eine Farbe kann man nichts gewinnen und Kindern etwas zu verbieten, obwohl die Erwachsenen es vormachen, kann nichts fruchten. Es braucht ein generelles Umdenken. Zumindest politisch sollte jede Art von Förderung von ein Geschlecht von der vollständigen Mitarbeit ausschließende Vereine oder Organisationen sofort eingestellt werden. Es wäre auch dringend geboten das Frauenministerium und sonstige nur für Frauen eingerichtete Institutionen abzuschaffen und durch Solidaritätseinrichtungen zu ersetzen, in denen ohne Hinschauen auf Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe oder sonstigen Geburtsmerkmalen jeder Mensch vor Diskriminierung bewahrt wird, jedem Mensch Schutz und Hilfe angeboten wird.

Das die Erwachsenen diese Spaltung der Gesellschaft durchführen ist eines. Aber Kinder sollten Kind sein dürfen solange sie dies noch sind. Das ist ein Kinderrecht. Kinderrechte sind Menschenrechte.
Es ist allerhöchste Zeit für die Bewahrung der Menschenrechte aller Partei zu ergreifen.

Für ein faires Miteinander   Gerhard Kaspar

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Bildquelle: http://churchm.ag/legos-are-for-everyone/

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