Gender-Pay-Gap ist der Mythos. Pflegestreik ist die Realität!

Nirgendwo anders als im Pflegebereich wird so sichtbar, was die wahren Ursachen des sogenannten „Gender-Pay-Gap“ sind.  Denn in anderen Bereichen verstecken sich die Faktoren zur Unterbezahlung von vor allem von Frauen gewählten Berufssparten in komplexen Zusammenhängen. Hier aber wird es offensichtlich, was die Ursachen sind.
Wer mit Maschinen arbeitet, wird wenig Probleme haben, diese stillzulegen und für mehr Lohn und Gehalt auf die Straße zu gehen. Die Arbeitgebenden wissen das nach den vielen harten Arbeitskämpfen inzwischen und haben sich bereits seit Jahrzehnten darauf eingestellt. Es werden Verhandlungen geführt und dann Lohnerhöhungen beschlossen.  Der Pflegebereich betreut aber keine Maschinen, er kümmert sich um das Gesundwerden von Menschen. Es geht um die Betreuung von Kranken. Das ist anders. Maschinen kann man allein lassen, sie werden weder jammern noch leiden. Es besteht keine Gefahr, dass ein Computer vor dem kein Mensch sitzt, kollabiert oder sogar stirbt, weil niemand da ist. Menschen sind da anders.
Pflegekräfte wissen das, die Arbeitgebenden ebenfalls. Sie brauchen diesen Menschen nicht das bezahlen, was sie eigentlich verdienen müssten. Also tun sie es auch nicht. Jetzt gehen wieder einmal zehntausende Pflegende auf die Straße und wollen bessere Bedingungen, mehr Pflegefachkräfte sollen sich um weniger Kranke kümmern können, weil damit mehr Menschen schneller gesund werden könnten. Aber sie werden wieder auf eine Betonmauer stoßen, der Ignoranz und Abwehr.
Feministen&innen laufen Sturm um den sogenannten Gender-Pay-Gap anzuprangern. Jedes Jahr führen sie Klage, dass gesamt Frauen weniger Brutto verdienen als gesamt alle Männer. Sie fordern Irrsinniges, wie eine Männersteuer um das zu ändern. Auch die SPÖ-Frauen, die Grüninnen und andere Frauenorganisationen von Parteien stehen voll hinter dem Kampf Frauen mehr sogenannte „Lohngerechtigkeit“ zu verschaffen.
Aber keine der von SPÖ, Grüne geführten Stadt-, Land- oder Bundesregierungen erhöht das Pflegebudget, sodass diese frauendominierten Berufe ein höheres Gehaltsniveau erhalten.  Statt dessen werden Männer pauschal beschuldigt die Arbeit von Frauen nicht zu würdigen. Ihnen bewusst die gerechte Bezahlung vor zu enthalten. Aber wo sind die Erhöhungen der Löhne in den öffentlichen Spitälern für die Pflege, wo sind die leistungsgerechten Gehälter für Pflegende? Österreich könnte mit einem Schlag den „Gender-Pay-Gap“ stark verringern, wenn sie diesen Menschen die für unsere Verletzten, Kranken, Leidenden und Sterbenden sorgen das geben würden, was sie verdienen.
Aber es ist soviel einfacher, immer nur die Männer verantwortlich zu machen für Ungleichheiten. Aber es wäre deutlich besser, jene zu unterstützen die Gleichberechtigung für alle wollen, die keine ideologischen Scheuklappen aufhaben.  Die für ein faires Miteinander von Frauen und Männer eintreten, auch dort, wo Männer nicht die Hauptleidtragenden sind.

Für ein faires Miteinander  Gerhard Kaspar

Hinweise:
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150903_OTS0193/5-september-care-revolution-wien-ruft-zur-demonstration-auf

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/pflege/article/888521/charite-pflegestreik-klinik-ausmass-aktion-besorgt.html

http://derstandard.at/2000022783515/Entwurf-fuer-neues-Pflegegesetz-weiter-umstritten

https://i0.wp.com/i.ytimg.com/vi/qHbgf69wMlY/maxresdefault.jpg
Bildquelle: YouTube: „CARE Revolution Pflege am Boden Aktion Wien“

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Ein Kommentar zu “Gender-Pay-Gap ist der Mythos. Pflegestreik ist die Realität!

  1. Zufälig ist ein alter Freund von mir Geschäftsführer eines kleinen Pflegebetriebes, den seine Mutter vor Jahrzehnten gegründet hat. Der erzählte mir was die Ursache für für die Unterbezahlung und daraus folgend die schlechte Versorgung der zu pflegenden Menschen ist. Und auch der schlechte Aus- u. Weiterbildungsstand resultiert eindeutig daraus.
    Es ist das von den Pflegekassen schon vor längerem eingeführte Punktesystem ( in D. ). Darin ist keinerlei Freiraum für soziale Leisungen vorgesehen. Es berechtigt den Pflegebetrieb lediglich mehr oder weniger technische Leistungen abzurechnen, für die eine bestimmte Anzahl von Minuten zu berechnen sind.
    So bekommt ein alter, möglw. nahezu hilfloser Mensch z.B. zwei- bis dreimal pro Woche bestimmte Hygieneleistungen bewilligt, die u.U. aufgrund anderer Randbedingungen in der dafür angesetzten Zeit unmöglich zu schaffen sind ( nehmen wir fiktiv verkürzt an, der Kunde braucht Hilfe beim Duschen, beim Wäschewaschen jedoch offiziell nicht und es ist gerade keine trockene Wäsche vorhanden, was dann? ). Besonders der soziale Kontakt zwischen Pflegekraft und Kunde wird so zwangsläufig radikal eingeschränkt, wodurch sich weitere Probleme ergeben, die nicht bearbeitet werden können, ohne die Ursprungsleistung zu vernachlässigen. Das schaukelt sich logischerweise sehr leicht auf, bis hin zu einem permanenten Vernachlässigungszustand.

    Das führt dazu, daß nur größere Betriebe, die schlechter ausgebildete Kräfte für geringsten Lohn beschäftigen, überhaupt rational arbeiten können. Nämlich indem sie ihre Mitarbeiter anhalten, jeden persönlichen Kontakt zum Kunden zu minimieren und rein „technisch“ zu arbeiten.
    Quasi eine Art Akkord, alles was darüber hinausgeht, geht zu Lasten des Mitarbeiters und des Betriebs.
    Mit dem Geschlecht der Mitarbeiter hat das nicht das geringste zu tun. Umgekehrt betrachtet kann man allerdings daraus schließen, daß vermutlich kaum Männer zu finden sind, die bereit sind unter dermaßen dissozialen Bedingungen und nicht zuletzt zulasten des Kunden zu arbeiten. Darin ist sicherlich auch der Grund zu sehen, daß die größeren Pflegefirmen immer mehr auf bestenfalls angelernte Kräfte mit Migrationshintergrund zurückgreifen, da die Konkurrenz in dem Gewerbe groß ist.
    Ursache ist also unzweifelhaft die Kostenpolitik der in den zuständigen Ausschüssen vertretenen Parteien. Und das sind, grundsätzlich betrachtet, exakt die, die die Schuld den Männern, oder irgendeinem aggressiv herbeiphantasierten „strukturellen Patriarchat“ anzuhängen versuchen.

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